Sonntag, 25. Oktober 2026, 17.00 Uhr | Preisvergabe

Übergabe der Förderpreise 2026 / 2027

Veranstalter: Kunst- und Kulturkommission Horw

Eintritt: Eintritt frei

Zwei Frauen – zwei Sichtweisen auf die Geschichte

Das Projekt «Episoden einer Kindheit im Winkel in Horw in den 1960er Jahren» von Heidy Greco-Kaufmann und das Projekt «Siedlungsgeschichte rund um das Haus Zumhof Horw» von Eva Zihlmann werden dieses Jahr mit dem Förderpreis der Gemeinde Horw geehrt.

Zwei Quartiere, deren Entwicklung unterschiedlicher kaum sein könnte: Der Förderpreis 2026 soll zwei Projekte ermöglichen, die Bezug auf das Legislaturprojekt «Horwer Siedlungsentwicklung» nehmen. Das Projekt «Episoden einer Kindheit im Winkel in Horw in den 1960er Jahren» von Heidy Greco-Kaufmann wird mit Hilfe von Erinnerungen und Bildmaterial erzählen, wie Menschen damals gelebt haben und wie sie sich heute an diese Zeit erinnern. Der Fokus soll auf Häusern, Plätzen, Lebensräumen und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern liegen. Die 1960er-Jahre zählen zu den Boom-Jahren des Siedlungswachstums – gerade in Horw. 
Einen anderen Zugang wählt Eva Zihlmann in ihrem Projekt zur «Siedlungsgeschichte rund ums Haus Zumhof Horw»: Im Zentrum wird das historische Doppelhaus Zumhof / Obmühle an der Kantonsstrasse 61/63 stehen, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1556 zurück reichen. Einst von Wiesen umgeben, liegt es heute mitten im Zentrum. Das Gebäude wird so zum stillen Zeitzeugen: Es erzählt von der bäuerlich geprägten Vergangenheit ebenso wie vom Aufbruch in die Moderne. Das Quartier Oberdorf um das Gebäude steht exemplarisch für diese Entwicklung – es entstand zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren und steht für den bedeutenden Schritt in der Horwer Siedlungsentwicklung zur Agglomerationsgemeinde. Die beiden Projekte zeigen, wie unterschiedlich Horw vom Siedlungswachstum erfasst worden ist. Im Weiler Winkel, einst ein be-deutender Ort mit Zollhaus und Fährstation, wohnten die Leute in den 1930er-Jahren eher unter ärmlichen Bedingungen. Grosse Teile der Bevölkerung lebten weiterhin in einfachen Wohnverhältnissen, während im Oberdorf ein modernes Wohnquartier ent-stand – man sprach damals gar von einem «Millionenviertel». «Beide Projekte weisen einen Bezug zum Legislaturprojekt ‹Horwer Siedlungsentwicklung› auf, bringen zwei unterschiedliche Perspektiven ein und ergän-zen sich damit vorzüglich», betont Historiker Markus Furrer, Autor des wissenschaftlichen Grundlagentext zur Horwer Siedlungs-entwicklung von 1920 bis 2020. Heidy Greco-Kaufmann und Eva Zihlmann machen diese Gegensätze erlebbar – und er-möglichen einen direkten Vergleich zwischen dem Winkel und dem Quartier Oberdorf. Da-bei setzen sie ihre Projekte unterschiedlich um: Während Heidy Greco-Kaufmann ihre Geschichten als literarisch-musikalische Aufführung in der Kulturmühle inszenieren wird, wird Eva Zihlmann ihre Recherche in einem Podcast verarbeiten. So wird Siedlungs-geschichte nicht nur dokumentiert, sondern lebendig vermittelt.